V 60 (Artikelnummer: 22510)

V 60
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Das Vorbild

Zur Ablösung der Dampfloks auf den Rangierbahnhöfen sah das Typenprogramm der Deutschen Reichsbahn in der DDR die Entwicklung einer Rangierdiesellok mit 600 PS und hydraulischer Kraftübertragung vor. Die Lok sollte im Rangierdienst, im leichten Streckendienst, auf Anschlußbahnen und auch vor Arbeitszügen einsetzbar sein.

Im Jahr 1958 baute der damalige VEB Lokomotivbau “Karl Marx” in Babelsberg die erste Baumusterlok V 60 1001 - diese Lok wurde nach eingehender Erprobung bereits 1962 der Ingenierschule für Eisenbahnwesen in Dresden übereignet und dort vor dem Gebäude aufgestellt. Inzwischen ist diese Lok, die nie im Einsatz bei der DR war, Eigentum vom Verkehrsmuseum Dresden und wird so der Nachwelt erhalten. In den folgenden Jahren wurden, mit verschiedenen Änderungen, die Serienlokomotiven ausgeliefert. Diese jedoch lieferte nun ab V 60 1202 der VEB Lokomotivbau-Elektrotechnische Werke Hennigsdorf.

1970 wurden die Lokomotiven mit Umstellung auf EDV Nummern in die Baureihe 106 eingeordnet. Im Jahr 1975 war mit der 106 999 die Nummernfolge erschöpft, sodaß alle weiteren Maschinen in der Reihe 105 eingeordnet wurden. Mit der 105 165 des Baujahres 1982 waren die Lieferungen abgeschlossen, die Deutsche Reichsbahn verfügte damit über einen Bestand von 1135 Lokomotiven. In der Folgezeit gab es einige Besonderheiten die erwähnenswert sind, einige Lokomotiven wurden sogar auf 1524 mm Breitspur umgebaut um ihren Dienst im Fährhafen Mukran (Insel Rügen) aufnehmen zu können. Dieser Fährhafen diente vor allem der Abwicklung des Eisenbahnverkehrs mit der damaligen Sowjetunion, der aus strategischen Gründen gebaut wurde.

Vereinzelt bekamen V 60 Dachstromabnehmer für ihren Einsatz in Bauzügen zur Streckenelektrifizierung der Fernstrecken. Auch die Zeit der Ölkrise brachte Neuerungen, so wurden zur Kraftstoffeinsparung bei Loks im leichten Rangierdienst Motoren mit geringerer Leistung eingebaut, diese Loks wurden als Baureihe 104 bezeichnet. Über die Stückzahlen der an die Industriebetriebe gelieferten Lokomotiven liegen leider keine Angaben vor, diese dürfte allerdings nicht unerheblich sein, dafür ist wohl auch der Achsdruck von 15 t ausschlaggebend. Durch die seitenbeweglichen Kuppelradsätze, von denen jeweils zwei in einem Beugniot-Gestell zusammengefaßt sind, ergaben sich ausgezeichnete Laufeigenschaften in engen Gleisbögen oder auf Ablaufbergen.

Nach der Wende wurden die Loks von der DB als Baureihe 346 übernommen, mit dem Wegfall des Güterverkehrs in Größenordnungen waren nun viele ehemalige V 60 “arbeitslos”. Ein großer Teil der Loks ist heute bei Gleisbaubetrieben in allen bunten Lackierungen im Einsatz, die 106 325-4 kam sogar in der Schweiz bei der BLS in Interlaken zu neuen Ehren, eine weitere läuft bei der Oensingen-Balstal-Bahn. Eine Lok der Industriebahn Dresden wurde von den ostsächsischen Eisenbahnfreunden in Löbau wieder betriebsfähig aufgearbeitet und als 106 555 (Zweitbesetzung) bezeichnet, sie ist heute im Auftrag der SOEG in Zittau im Güterzugdienst eingesetzt. Viele Lokführer schwärmen heute noch von Zeiten als mit diesen Loks mal eben 2000 t über den Ablaufberg gingen...

Das Modell

Das Modell entsteht in der bewährten Mischbauweise, d.h. der Rahmen wird aus Messing gefertigt um eine entsprechende Festigkeit zu erreichen, die Radsätze sind in Gleitlagern in einem Wipplagerfahrwerk gelagert. Die Aufbauten entstehen nach exakt gefertigten Urmodellen im Vacuum Gießverfahren aus schlagzähem Polyurethan Harz. In die Radreifen aus Edelstahl werden Radsterne aus Messing eingesetzt. Kleinteile, speziell im Fahrwerksbereich, werden ebenso nach Fertigung von Urmodellen in Kunstharz gegossen. Filigrane Ansetzteile am Gehäuse dagegen werden in Messing- bzw. Weißmetallguß ausgeführt. Natürlich besitzt die Lok auch eine vorbildentsprechende Führerstandseinrichtung, daß dabei die Kühlwassertemperatur auf 75 °C steht sollte jeder Betrachter selbst nachprüfen...

Der Antrieb der Lok erfolgt über ein kombiniertes Schnecken-/Stirnradgetriebe auf alle Achsen, als Motor wird ein 11 W starker kugelgelagerter Maxon Glockenanker Typ verwendet. Die Stromabnahme erfolgt über alle 8 Räder um ein sicheres Fahren zu gewährleisten. Der rotierende Lüfter für den Kühler, der trotz wechselnder Fahrtrichtung immer rechtsherum dreht, ist fast selbstverständlich und leicht sichtbar. Beim Original sind dabei von den Lokpersonalen am Gitter Stoffstreifen angebunden worden, um die Funktion des Lüfters vom Führerstand aus erkennen zu können (“optische Temperaturanzeige”).

Die Beleuchtung erfolgt üblicherweise mit LED, selbstverständlich fahrtrichtungsabhängig. Eine Schnittstelle zum Einbau digitaler Komponenten ist vorhanden.

Sonderausführungen und -lackierungen sind auf Kundenwunsch möglich.

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